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2005 / Nr. 20
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| Allensbach am Bodensee, Ende November 2005 - Die Bibel ist im gesamten abendländischen Kulturraum immer wieder als das wichtigste Buch überhaupt herausgestellt worden. Luthers Bibelübersetzung hat die deutsche Sprache geprägt wie kaum etwas anderes, und zwar durch einzelne Formulierungen, aber auch durch ihre volksnahen Sprachbilder und ihre einzelnen Geschichten, von denen manche sprichwörtlich geworden sind. Selbst für wenig religiöse große Schriftsteller wie Bert Brecht blieb die Bibel - nach eigenem Bekunden - Urgrund seines Sprachgefühls und tiefgelegener, doch zentraler Bezugspunkt der Literatur. Aber es gibt in Deutschland heute nur noch wenige Menschen, die "häufig" oder auch nur "hin und wieder" in der Bibel lesen. Nur vier von hundert Erwachsenen lesen "häufig" im Buch der Bücher, 9 Prozent "hin und wieder", 62 Prozent jedoch "nie".
Dabei sind es am ehesten noch die Generationen der Eltern und Großeltern, die die Bibel aufschlagen. Die junge Generation hat sich, bis auf eine ganz kleine Minderheit von insgesamt 7 Prozent, von der Tradition der Bibellektüre verabschiedet.
Wenn man nach dem Kenntnisstand biblischer Geschichten fragt und die Ergebnisse im Blick auf die junge Generation analysiert, zeigt sich, daß sich zur Zeit in der Bevölkerung der Auflösungsprozeß eines bedeutsamen Kulturgutes vollzieht. Daß trotzdem noch einige Geschichten aus der Bibel auch bei den Jüngeren bekannt sind, mag auf die Kinderzeit, die Kinderbibel oder aufs Hörensagen in Familie und Schule zurückzuführen sein. Die Weihnachtsgeschichte wird jährlich ja auch denen in Erinnerung gebracht, die dem Christentum und dem Glauben fernstehen. Sie ist quer durch alle Generationen fast allen bekannt (Durchschnitt der Bevölkerung: 88 Prozent; junge Leute: 85 Prozent). Aber bei den meisten anderen Geschichten aus der Bibel zeigt sich, daß der Kenntnisstand der Jüngeren in puncto Bibel weit unter dem Durchschnitt der Bevölkerung bleibt. An die Geschichte von "David und Goliath" erinnern sich zwar noch die meisten Erwachsenen (Bevölkerung insgesamt: 74 Prozent), aber die Jüngeren können deutlich seltener (63 Prozent) etwas mit dieser Geschichte anfangen. Insgesamt wissen 70 Prozent aus der Bevölkerung, was mit dem "letzten Abendmahl" gemeint ist, von den Unter-30jährigen wissen das aber nur noch 57 Prozent. An die Geschichte vom Turmbau zu Babel können sich im Durchschnitt 63 Prozent der Erwachsenen erinnern, von den Unter-30jährigen jedoch nur 48 Prozent. Die eindringliche und liebevolle Geschichte vom "verlorenen Sohn" kennen nur noch 37 Prozent der Jüngeren (Durchschnitt der Bevölkerung: 45 Prozent).
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