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2006 / Nr. 2
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| Allensbach am Bodensee, Ende Januar 2006 - Den Beginn eines neuen Jahres benutzen manche Menschen gern, um mit etwas Neuem zu beginnen oder auch, um alte, lästig gewordene Gewohnheiten aufzugeben. Man faßt gute Vorsätze - etwa: mehr Sport zu treiben oder mit dem Rauchen aufzuhören. Und manchmal entscheiden schon die ersten Tage und Wochen darüber, ob man seine Vorsätze am Ende auch erfolgreich in die Tat umsetzt. In den 90er Jahren war die Zahl der Menschen, die mit guten Vorsätzen ins neue Jahr gingen, Jahr für Jahr immer kleiner geworden. Am Ende des Jahrzehnts waren es nur noch 30 Prozent, die sich zum Jahresanfang etwas Spezielles vornahmen. Inzwischen ist die Zahl im Westen wieder kontinuierlich von 29 Prozent auf jetzt 38 Prozent angewachsen. In Ostdeutschland, wo zu Beginn des Jahres 2004 besonders viele Menschen (43 Prozent) gute Vorsätze gefaßt hatten, ist die Zahl seitdem kleiner geworden und liegt jetzt ebenfalls bei 38 Prozent.
Es sind und waren auch früher schon am ehesten noch die Jüngeren, die Unter-30jährigen, die für das neue Jahr einen oder mehrere Vorsätze fassen. Das mag damit zu tun haben, daß vielen Jüngeren klar ist: in dieser Lebensphase werden Weichen gestellt, die dem Weg durchs Leben Richtung geben. Man kann sich z. B. vornehmen, eine Prüfung gut zu bestehen oder eine neue Sprache zu lernen. Jeder zweite im Alter unter 30 hat sich für das neue Jahr 2006 persönlich etwas vorgenommen, einen guten Vorsatz gefaßt. Im Alter läßt das Bedürfnis nach guten Vorsätzen deutlich nach. Nur 25 Prozent der 60jährigen und älteren sagen, sie hätten sich anläßlich des Jahresbeginns etwas Besonderes vorgenommen.
Das mit dem Alter nachlassende Bedürfnis nach guten Vorsätzen mag damit zu tun haben, daß man allzu oft schon erlebt hat, daß solche Vorsätze nicht zum Erfolg geführt haben. Aber auch das Bedürfnis nach oder die Notwendigkeit für neue Lebensweichenstellungen sind nur noch selten vorhanden. In der Allensbacher Umfrage, die in der ersten Hälfte des Januars durchgeführt wurde, wurde auch gefragt, ob man sich bis jetzt an seinen Vorsatz, seine Vorsätze gehalten hat: "Klappt das bislang, konnten Sie sich bislang an diese Vorsätze halten, oder ging das nicht?" 9 Prozent der Befragten deuten an, daß sie schon nach wenigen Tagen ihren Vorsatz, ihre Vorsätze aufgegeben haben: "Es ging nicht". 30 Prozent haben schon sehr bald bemerkt, daß es mit der Umsetzung schwierig wird: "Es klappt nur mit Einschränkungen". Mehr als jeder dritte (35 Prozent) ist aber bislang noch stark und gibt zu Protokoll: "Es klappt, ich konnte mich bislang daran halten".
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