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2006 / Nr. 7
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| Allensbach am Bodensee, Anfang Mai 2006. - Das Jahr 2006 ist nicht nur ein Mozartjahr, sondern auch das Jubiläumsjahr von Sigmund Freud, dessen 150. Geburtstag am 6. Mai gefeiert wird. Der Psychologe Freud gehört - wie Einstein als Physiker - zu den bekanntesten Wissenschaftlern des letzten Jahrhunderts. Es gibt nur wenige Menschen (16 Prozent), die von ihm noch nichts gehört haben.
Der Name Sigmund Freud steht für die Entdeckung des Unbewußten. Der Anteil des Unbewußten an allem, was wir denken, tun und sagen, sei größer als man je geahnt hat, heißt es bei ihm; das Ich sei "nicht Herr im eigenen Haus". Diese Lehre hat das Menschenbild der Moderne verändert und scheint heute durch die Erkenntnisse der Neurobiologie und Hirnforschung bestätigt zu werden. Aber diese Feststellung steht quer zum Alltagsbewußtsein der Menschen. Die meisten können sich den großen Einfluß des Unbewußten auf ihr eigenes Denken und Tun, den Freud ihm zugemessen hat, nicht vorstellen. Nur gut jeder fünfte aus der Bevölkerung (21 Prozent) glaubt, daß Freud mit seiner Aussage zum Unbewußten recht hatte. 53 Prozent glauben nicht daran. 26 Prozent sind unentschieden.
Daß die Mehrheit nicht an einen derart großen Einfluß des Unbewußten glauben mag, heißt allerdings nicht, daß sie Freuds Lehre vom Einfluß des Unbewußten gänzlich ablehnt. Wahrscheinlich ist vielen schon unterlaufen, was man inzwischen landläufig einen Freudschen Versprecher nennt: daß man beim Sprechen ein falsches oder verdrehtes Wort benutzt hat und daß dabei etwas zum Ausdruck kam, was man eigentlich beim Reden verbergen wollte. Denn daß es so etwas gibt, davon ist die Mehrheit der Bevölkerung (56 Prozent) durchaus überzeugt. Nur 24 Prozent bestreiten das.
Und fast jeder zweite Erwachsene (47 Prozent) ist auch davon überzeugt, daß die Psychoanalyse, die Freud zur Therapie seelisch kranker Menschen entwickelt hat, echte Hilfe bietet. Allerdings würde längst nicht jeder, der an eine Therapiemöglichkeit durch Psychoanalyse glaubt, im seelischen Krankheitsfall gern zum Psychoanalytiker gehen. Nur 31 Prozent sagen, daß sie gegebenenfalls diese Chance nutzen würden. Manch einer müßte vor einem Gang zum Psychoanalytiker aber erst einmal eine Hürde im Kopf überwinden. Die besteht in dem Gefühl: "Wenn man zur Psychoanalyse geht, halten einen viele Leute für verrückt". Den Verdacht haben immerhin 39 Prozent. Insgesamt zeigt eine Imagebetrachtung zur Psychoanalyse jedoch, daß ihr Ansehen groß ist. Nur 21 Prozent betonen, daß sie gar nichts von Psychoanalyse halten und selber in keinem Fall die Hilfe eines Psychoanalytikers in Anspruch nehmen würden. Und nur 13 Prozent halten die Psychoanalyse für eine veraltete Therapie, die heute durch bessere Methoden zu ersetzen ist.
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