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2007 / Nr. 3
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| Allensbach am Bodensee, Anfang Februar 2007 - Die Reform des Arbeitslosengeldes, Hartz IV, die seit Anfang 2005 in Kraft ist, stand von Anfang an unter dem Leitmotiv "Fördern und fordern". Die zahlreich aufgedeckten Missbrauchsfälle machten allerdings deutlich, dass die Dimension des Forderns nicht klar genug umrissen war. Deshalb gibt es seit letztem Jahr einen fortentwickelten Strafkatalog, der größeren Druck auf arbeitsunwillige Arbeitslose ausübt. In der Bevölkerung hat sich unterdessen der Eindruck verfestigt, den die Mehrheit lange schon vor Hartz IV hatte: "Es gibt unter denen, die arbeitslos sind, viele, die nicht arbeiten wollen". In Westdeutschland sind davon 61 Prozent der Bevölkerung überzeugt. In Ostdeutschland überwiegt im Moment noch das Gefühl, dass Arbeitsunlust bei Arbeitslosen nur im Einzelfall vorkommt (48 Prozent). Aber der negative Eindruck ist auch im Osten inzwischen stärker als vor vier Jahren. Damals zweifelten nur 34 Prozent der Ostdeutschen am Arbeitswillen vieler Arbeitsloser, jetzt 41 Prozent.
Vor dem Hintergrund der verbreiteten Skepsis gegenüber Arbeitslosen könnte man annehmen, dass der SPD-Vorsitzende Kurt Beck kürzlich mit seiner Spontanreaktion auf die Vorwürfe eines Langzeitarbeitslosen viel Zustimmung in der Bevölkerung gefunden hätte. "Wenn Sie sich waschen und rasieren, finden Sie auch einen Job." Der Wortwechsel zwischen Kurt Beck und dem damals arbeitslosen Henrico Frank wurde in der Presse breit berichtet. Obwohl mehr als jeder zweite (59 Prozent) zu diesem Zeitpunkt den Eindruck hatte, dass Henrico Frank exakt zu jenen Arbeitslosen gehört, die in Wirklichkeit gar nicht arbeiten wollen, reagiert die Bevölkerung zwiegespalten auf Becks Äußerung. 46 Prozent finden es in Ordnung, dass ein Politiker wie Beck Tacheles redet, wenn jemand mit offensichtlich ungepflegtem Äußeren ihn für seine persönliche Arbeitslosigkeit verantwortlich machen will. 45 Prozent halten dagegen, dass man so etwas grundsätzlich nicht sagen sollte.
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