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2007 / Nr. 4
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| Allensbach am Bodensee, Ende Februar 2007. - Das Oberlandesgericht Stuttgart hat entschieden, dass die frühere RAF-Terroristin Brigitte Mohnhaupt nach 24 Jahren vorzeitig aus der Haft entlassen wird. Christian Klar, der wie Mohnhaupt zu den führenden RAF-Terroristen gehörte, hat ein Gnadengesuch an den Bundespräsidenten gerichtet, um ebenfalls aus dem Gefängnis entlassen zu werden.
Die Bevölkerung hat in beiden Fällen wenig Verständnis für eine Verkürzung von Haftstrafen, die dem Gerichtsurteil gemäß auf mehrfach Lebenslänglich lauteten. Spontan sind 58 Prozent gegen eine vorzeitige Entlassung der beiden Terroristen. Nur 20 Prozent der Bevölkerung sind für eine Haftverkürzung. Mehr als jeder fünfte Befragte (22 Prozent) ist jedoch unentschieden, traut sich in dieser Sache, die im Blick auf die Opfer menschlich und - zumindest im Fall von Christian Klar - auch juristisch heikel ist, kein Urteil zu.
Viele, die - spontan mit der Frage "Für oder gegen Haftverkürzung" konfrontiert - unentschieden reagieren, sprechen sich allerdings sofort eindeutig gegen eine Haftverkürzung von Brigitte Mohnhaupt und Christian Klar aus, wenn sie in einer Pro- und Kontra-Argumentation an die blutigen Taten der beiden erinnert werden. "Sie haben kaltblütige Morde begangen und ihre Taten nie bereut. Deshalb sollten sie ihre Strafe auch vollständig absitzen." Das sagen 66 Prozent der Bevölkerung. Nur 21 Prozent bleiben auch in einer argumentativen Situation dabei, dass nach mehr als 20 Jahren im Gefängnis unter die Terrortaten ein Schlussstrich gezogen werden sollte. Die Täter - so heißt es - hätten "damit lang genug gebüßt".
Die Grundeinstellung gegen eine Haftverkürzung zeigt sich einheitlich quer durch die unterschiedlichsten Gruppen der Gesellschaft. West und Ost sind sich darin einig, Männer und Frauen, Alte und Junge. Nur unter parteipolitischen Gesichtspunkten zeigen sich deutliche Einstellungsunterschiede. Von Anhängern der Linkspartei plädieren 42 Prozent dafür, dass Brigitte Mohnhaupt und Christian Klar vorzeitig entlassen werden sollten, von den Anhängern der GRÜNEN sprechen sich 38 Prozent dafür aus, von den SPD-Anhängern und auch von den FDP-Anhängern sind jeweils 19 Prozent für Haftverkürzung, von den Anhängern der CDU/CSU nur 13 Prozent.
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