2007 / Nr. 5


EURO - IMMER NOCH VIEL D-MARK-NOSTALGIE

 Aber die junge Generation denkt und rechnet inzwischen in Euro

       

Allensbach am Bodensee, Anfang März 2007 - Auch fünf Jahre nach der Einführung des Euro tut sich die Mehrheit der Bevölkerung schwer mit dem Abschied von der D-Mark. Die Zahl derjenigen, die großes Vertrauen zur gemeinsamen europäischen Währung haben, schwankt seit Jahren um die 30 Prozent, zur Zeit liegt sie bei 31 Prozent. Dass sie wenig oder gar kein Vertrauen zum Euro haben, sagen zur Zeit 57 Prozent.

Schon vor der konkreten Bekanntschaft mit dem Euro schlug ihm viel Misstrauen entgegen. Die ersten Wochen nach der Einführung, Anfang 2002, verliefen allerdings relativ eurofreundlich, weil die neue Währung am Weltmarkt damals gut aufgenommen worden war. Danach verschlechterte sich das Meinungsbild jedoch wieder.

 
  

Mehr als jeder Zweite (55 Prozent) bleibt beharrlich dabei, dass er lieber wieder die gute alte DM-Währung im Portemonnaie hätte. Diese Zahl an Menschen, die derart nostalgisch an die D-Mark zurückdenken, ist über die letzten Jahre bis heute immer konstant geblieben. Im Mai 2002 lag sie bei 54 Prozent, zur Zeit bei 55 Prozent. Vor allem die Frauen, die im Allgemeinen für den täglichen Einkauf zuständig sind, scheinen einfach keine positive Beziehung zum Euro zu finden. 60 Prozent von ihnen wünschen sich die D-Mark zurück.
 


 

Trotzdem bewegt sich etwas. Die meisten Deutschen verschaffen sich ihr Gefühl von Preisen, von dem, was teuer oder preiswert erscheint, zwar weiterhin mehrheitlich, indem sie Eurobeträge im Kopf in D-Mark umrechnen, aber das Umrechnen wird allmählich weniger. Dass das anfangs fast alle (88 Prozent) so machten, liegt nach einer Geldumstellung erst einmal auf der Hand. Inzwischen tun das noch 62 Prozent der Bevölkerung. Etwa jeder Dritte (32 Prozent) denkt und rechnet inzwischen unmittelbar in Euro.
 


 

Gewiss wird der Euro über kurz oder lang bei den Deutschen ankommen. Das lässt sich im Blick auf die jüngere Generation klar voraussagen. Bei den Jüngeren unter Dreißig ist er nämlich schon angekommen. Sie haben deutlich mehr Vertrauen in den Euro (44 Prozent) als der Durchschnitt der Bevölkerung (31 Prozent). Die Jüngeren haben sich inzwischen auch überwiegend auf den Euro eingestellt, sie denken und rechnen mehrheitlich (59 Prozent) in Euro, und nur eine Minderheit von ihnen (39 Prozent) zeigt noch Anzeichen von DM-Nostalgie.
 

  

TECHNISCHE DATEN FÜR DIE REDAKTION
Anzahl der Befragten:

Repräsentanz:


Zeitraum der Befragung:

Archiv-Nummer der Umfrage:
1851

Gesamtdeutschland,
Bevölkerung ab 16 Jahre

1. bis 13. Februar 2007

10.000

  


Copyright: Institut für Demoskopie Allensbach