|
2008 / Nr. 1
|
|||||||||||
|
|||||||||||
| Die neuen Nichtraucher-Gesetze speziell für die Gastronomie sind in den verschiedenen Bundesländern unterschiedlich geregelt. Am strengsten ist das Rauchverbot in Bayern, wo für sämtliche Restaurants, Gaststätten und Bierzelte ein uneingeschränktes Rauchverbot gilt. In manchen Bundesländern sind dagegen kleine Kneipen mit nur einem Raum oder aber auch größere Gaststätten mit einem separaten Raucherraum vom Rauchverbot ausgenommen. Die Bevölkerung plädiert nur zu etwas mehr als einem Drittel für die strikte bayerische Lösung, dass das Rauchen in Gaststätten ausnahmslos verboten sein sollte. 48 Prozent finden dagegen, dass das Rauchen in solchen Gaststätten, die über einen abgetrennten Raucherraum verfügen, durchaus weiter erlaubt sein sollte. Generell gegen jegliche gesetzliche Einschränkung des Rauchens in Gaststätten sprechen sich nur 14 Prozent der Bevölkerung aus.
Der Anteil an Rauchern, die weiterhin für eine generelle Raucherlaubnis in Lokalen plädieren, liegt heute bei 31 Prozent. Die meisten Raucher können offenbar durchaus nachvollziehen, dass Nichtraucher in Gaststätten von Qualm verschont werden möchten. 57 Prozent der Raucher wünschen sich allerdings, dass das Rauchen in separaten Räumen eines Gasthauses weiterhin erlaubt sein sollte. Erstaunlich ist, in welchem Ausmaß der Raucheranteil in der mehrheitlich nicht rauchenden Bevölkerung überschätzt wird. Zwar ist die Zahl der Raucher seit Mitte der 90er Jahre trotz der von der EU verordneten Warnhinweise auf den Packungen und trotz drastischer Tabaksteuererhöhung kaum kleiner geworden, aber sie war schon damals und ist auch heute deutlich kleiner als die Bevölkerung annimmt. Die Bevölkerung schätzt, dass etwa 46 Prozent der Bevölkerung rauchen. Der tatsächliche Raucheranteil ist dagegen mit 29 Prozent inzwischen auf seinem niedrigsten Stand.
Die eigentliche Abkehr vom Rauchen fand aber lange vor allen offiziellen Maßnahmen und Antiraucherkampagnen in den 60er, 70er und 80er Jahren statt. Damals haben sich viele Männer, für die Rauchen in den 50er Jahren noch fast selbstverständlich war, das Rauchen erfolgreich abgewöhnt. Anfang der 50er Jahre haben noch 88 Prozent der westdeutschen Männer geraucht, Mitte der 90er Jahre nur noch 39 Prozent; zur Zeit rauchen noch 35 Prozent der Männer, von den Frauen 24 Prozent.
Am größten ist der prozentuale Anteil an Rauchern in der Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen. In dieser Altersgruppe greift fast jeder Zweite (44 Prozent) mehr oder weniger regelmäßig zur Zigarette. In der Altersgruppe zwischen Dreißig und Neunundvierzig spielen Tabak und Zigaretten ebenfalls eine überdurchschnittlich große Rolle. Erst ab dem 50. Lebensjahr aufwärts gewöhnen sich die Meisten das Rauchen ab. Allensbach am Bodensee, Mitte Februar 2008
|
|||||||||||