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2008 / Nr. 9
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| Seit Mitte des 20. Jahrhunderts haben umfassende Impfprogramme dazu beigetragen, dass eine Reihe von seuchenartigen Krankheiten in unseren Breiten ihren Schrecken verloren haben. Obwohl es in Deutschland keine Impfpflicht gibt, sind die meisten Menschen schon als Kind zumindest gegen Diphtherie, Masern und Windpocken oder Tetanus geimpft worden. Wer in bestimmte Weltregionen reist, weiß, dass er sich vorher gegen dort noch auftretende virale oder bakterielle Krankheiten wie Cholera, Typhus oder Gelbfieber impfen lassen muss. Aber auch hierzulande kann man sich jenseits der Impfstandards gegen einige Ansteckungs- und Erkrankungsrisiken wie Grippe oder Zeckenbisse schutzimpfen lassen.
Dass es trotz der Impfstandards für Kinder auch hierzulande immer wieder zu lokalen Epidemien etwa von Masern kommt - wie kürzlich in Baden-Württemberg mit mehr als 200 Masernfällen oder vor zwei Jahren in Nordrhein-Westfalen mit über 2000 Erkrankten - , hat mit einer sogenannten Impfmüdigkeit zu tun. Oft werden die Termine zur Nachimpfung und Impfauffrischung versäumt. Fast jeder Zweite (47 Prozent) aus der Bevölkerung weiß gar nicht so genau, ob und wogegen er zurzeit geimpft ist. Vor allem Männer (53 Prozent) wissen - wie allgemein, wenn es um Gesundheit und Vorsorge geht - wenig darüber.
Damit ein guter Impfschutz gewährleistet ist, müssen bestimmte Impfungen immer wieder aufgefrischt werden. Bei Diphtherie und Tetanus raten Ärzte zu einem Zehnjahresrhythmus, bei Grippe (Influenza) zur jährlichen Impfung ab dem 60. Lebensjahr. Aber ein Großteil der Bevölkerung (53 Prozent) achtet nicht so genau darauf, ob bestimmte Impfungen regelmäßig aufgefrischt werden. Am ehesten wird bei der Tetanusimpfung (43 Prozent) darauf geachtet. Gegen Grippe lassen sich 22 Prozent regelmäßig impfen. Wie von der Medizin empfohlen, sind es vor allem ältere Menschen, die sich zum Schutz gegen Grippe regelmäßig impfen lassen.
Allensbach am Bodensee, Anfang Juni 2008
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