2008 / Nr. 16


IN RUHIGER WOHNLAGE
Auch in den Großstädten wohnen die meisten ruhig

Man muss nicht besonders geräuschempfindlich sein, um zu leiden, wenn es im eigenen Wohnumfeld ständig laut ist. Deshalb wurde in den letzten Jahrzehnten viel unternommen, um Wohnhäuser und Wohngebiete vor Verkehrs- und Industrielärm zu schützen. Der Erfolg solcher Maßnahmen lässt sich inzwischen deutlich an demoskopischen Zahlen ablesen. 75 Prozent der Bevölkerung verweisen in einer aktuellen Studie vom Juni dieses Jahres darauf, dass sie ruhig wohnen. 1981 sagten das in Westdeutschland erst 65 Prozent, noch früher, 1969, sagten das sogar nur 58 Prozent. Die Zahl derjenigen, die darüber klagen, dass in der eigenen Wohnung fast ständig Außenlärm zu hören ist, ist seit den 60er Jahren von zehn auf drei Prozent gesunken.

 

 

 

Natürlich gibt es in den ländlichen Gebieten im Allgemeinen weniger Lärm als in den Großstädten. Aber der Unterschied ist heute längst nicht mehr so groß, wie man vielleicht denken mag. Dorfeinwohner berichten zu 81 Prozent, dass sie in ihrer Wohnung nicht von Lärm belästigt werden, in Kleinstädten sagen das 78 Prozent, in Mittelstädten 73 Prozent, und auch in Großstädten betonen die meisten (70 Prozent), dass sie ruhig wohnen.

 

 

In jenen Fällen, in denen die Wohnsituation nicht so ruhig ist, wird vor allem Straßenlärm als Geräuschplage empfunden. 17 Prozent der Bevölkerung klagen darüber. Aber auch hier zeigen die Lärmberuhigungsmaßnahmen über die letzten Jahrzehnte hinweg deutlich einen positiven Effekt. Denn Ende der 60er Jahre klagten noch 28 Prozent der Westdeutschen darüber, dass sie in ihrer Wohnung einem ständigen Straßenlärm ausgesetzt sind. Wenig geändert hat sich, dass manche Menschen das Pech haben neben lauten Nachbarn zu wohnen. 1969 klagten darüber zwei Prozent, heute klagen vier Prozent der westdeutschen Bevölkerung über Ruhestörung durch laute Nachbarn.

 

 

Allensbach am Bodensee, Anfang Oktober

TECHNISCHE DATEN FÜR DIE REDAKTION
Anzahl der Befragten:

Repräsentanz:


Zeitraum der Befragung:

Archiv-Nummer der Umfrage:
1815

Gesamtdeutschland,
Bevölkerung ab 16 Jahre

7. bis 18. Juni 2008

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