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2009 / Nr. 3
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| Die modernen Kommunikationstechnologien verändern die Kommunikationskultur und haben in den letzten Jahren zu einer Auseinanderentwicklung der Kommunikationswelten der verschiedenen Generationen geführt. Das zeigt eine Untersuchung, die das INSTITUT FÜR DEMOSKOPIE ALLENSBACH im Auftrag von BILD der FRAU und der Firma JACOBS durchgeführt hat.
Während zwei Drittel der 30- bis 44-Jährigen und rund 70 Prozent der 45-Jährigen und Älteren das persönliche Gespräch als die angenehmste Form empfinden, um sich mit anderen auszutauschen, ist dies nur bei der Hälfte der 20- bis 29-Jährigen und gerade einmal bei 36 Prozent der Unter-20-Jährigen der Fall. Statt sich von Angesicht zu Angesicht zu unterhalten, telefonieren Unter-20-Jährige lieber ausführlich, smsen, chatten oder schreiben sich E-Mails. Zwei Drittel der Unter-20-Jährigen chatten gern im Internet, 52 Prozent telefonieren gerne ausgiebig; ebenso viele schreiben am liebsten eine SMS, wenn sie ihren Freunden schnell etwas mitteilen möchten. Das Internet hat auch zu einer Renaissance der schriftlichen Kommunikation geführt. Zwar schreiben nur 11 Prozent der Unter-20-Jährigen gerne Briefe, 47 Prozent jedoch gerne E-Mails. Damit kommunizieren sie weitaus mehr auf schriftlichem Wege als die mittlere oder ältere Generation. Von den 60-Jährigen und Älteren schreiben nur 3 Prozent gerne E-Mails, aber auch nur 20 Prozent gerne Briefe.
Junge SMS-Fans: ungeduldiger und oberflächlicher Die präferierten Kommunikationswege beeinflussen auch die Kommunikationsstile und -inhalte. Eine getrennte Analyse von 14- bis 19-Jährigen, die mit ihren Freunden besonders gern via SMS Kontakt halten, und Gleichaltrigen, die andere Kommunikationswege präferieren, zeigt, dass die SMS-Fans wesentlich ungeduldiger sind. Jeder dritte jugendliche SMS-Anhänger wird bei längeren Gesprächen schnell ungeduldig, dagegen nur jeder Fünfte von den Gleichaltrigen, die lieber auf anderem Wege kommunizieren. 14- bis 19-Jährige, die andere Kommunikationswege präferieren, wundern sich dagegen weit überdurchschnittlich über die Oberflächlichkeit und Belanglosigkeit vieler Gespräche, haben überdurchschnittlich Meinungsführerqualitäten und geben eher auch Persönliches von sich preis.
Gesellschaftliche Gesprächsthemen für die Bevölkerung nur zweitrangig Generell dominieren die Nahthemen die persönliche Kommunikation. 73 Prozent der gesamten Bevölkerung unterhalten sich häufiger über Neuigkeiten aus dem Freundes- und Bekanntenkreis, 66 Prozent über Ereignisse des Alltags, 62 Prozent über die Familie, 58 Prozent über Beruf, Urlaub und Reisen. Auch medizinische Fragen, Neuigkeiten aus der Nachbarschaft und aus der näheren Umgebung, Ernährung und Zukunftspläne gehören zu den Themen, über die sich die Mehrheit der Bevölkerung häufiger unterhält. Politik und Wirtschaft oder auch Umweltthemen spielen demgegenüber eine deutlich untergeordnete Rolle - es sei denn in einer Ausnahmesituation, wie sie zurzeit gegeben ist. Aktuell führt der neue amerikanische Präsident die Gesprächsthemen an, gefolgt von der Wirtschaftskrise.
Die Enttabuisierung der Intimsphäre - eine Fiktion So gern die große Mehrheit über eigene Erlebnisse und Erfahrungen spricht, gibt es trotzdem Tabufelder, über die die Mehrheit kaum mit anderen sprechen mag, selbst nicht mit guten Freunden und engen Angehörigen. Obwohl die Medien teilweise die Enttabuisierung der Intimsphäre suggerieren, steht Sexualität ungebrochen an der Spitze der Themen, über die die Bevölkerung kaum mit anderen sprechen mag. Die Abneigung, sich über dieses Thema mit anderen auszutauschen, hat sich in den letzten Jahren sogar verstärkt. 2005 zählten 61 Prozent der Bevölkerung Sexualität zu den Themen, über die man sich nur ungern mit anderen austauscht, heute 64 Prozent. Auch die Abneigung, über Beziehungsprobleme mit anderen zu kommunizieren, hat zugenommen wie auch der Wunsch, die finanzielle Intimsphäre abzuschotten. 61 Prozent der Bevölkerung möchten mit anderen nicht über ihre finanzielle Lage sprechen, 48 Prozent auch nicht, wenn sie ausgesprochene Geldsorgen haben. Lediglich die Unter-20-Jährigen sind in dieser Beziehung wesentlich unbefangener und benennen insgesamt weniger Tabuthemen.
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