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2009 / Nr. 10
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| Seit Monaten wird in Deutschland über finanzielle Staatshilfe für große Kaufhausketten wie Karstadt oder Hertie diskutiert, die in finanziellen Schwierigkeiten stecken. Kürzlich erst hat die Bundesregierung einen Kredit über 50 Millionen Euro für das insolvente Versandhaus Quelle beschlossen. Die Bundesländer Bayern und Sachsen werden sich an der Kreditsumme beteiligen. Hätte die Bevölkerung über die finanzielle Staatshilfe für ein Versand- oder Kaufhaus zu entscheiden gehabt, wäre ein solcher Kredit fraglich gewesen. Denn die Bevölkerung ist in ihrer Mehrheit keineswegs der Ansicht, dass der Staat Kaufhausketten oder Versandhäuser, die in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind, finanziell unterstützen sollte. Nur 19 Prozent sind dafür. 67 Prozent haben eher den Eindruck, dass solche Staatshilfe keinen Sinn hat. In Ostdeutschland (71 Prozent) ist der Zweifel am Sinn von Staatshilfe für Kaufhaus- und Warenhausketten noch ausgeprägter als in Westdeutschland (66 Prozent).
Zu den Gründen, die die Kaufhausketten in die derzeitigen Finanzschwierigkeiten gebracht haben, gehört u.a., dass es in Deutschland zwar nur wenige Menschen gibt, die "nie" (11 Prozent) zum Einkaufen in ein größeres Kauf- oder Warenhaus gehen, die Meisten das aber heutzutage nur noch selten tun. 10 Prozent sagen, dass sie häufig in solchen Kaufhäusern einkaufen. 79 Prozent tun es nur gelegentlich oder selten. Etwa jeder Vierte aus der Bevölkerung (24 Prozent) stellt rückblickend fest, dass er heutzutage seltener dort einkauft als früher. Dass man häufiger als früher dorthin zum Einkaufen gehe, sagen dagegen nur 4 Prozent.
Marktbeobachter haben von einer gewandelten Einkaufsstimmung der Konsumenten gesprochen. Für die heutigen Konsumenten seien die modernen Shopping-Malls mit vielen verschiedenen Fachläden, Boutiquen und Bistros interessanter geworden als die großen Kaufhäuser. Darauf scheinen auch die Ergebnisse der Allensbacher Umfrage hinzuweisen. Neben den 11 Prozent, die nie in einem großen Kaufhaus einkaufen gehen, betonen 40 Prozent der Bevölkerung, dass sie - auch wenn sie ab und zu dorthin gehen - eigentlich lieber woanders einkaufen. 25 Prozent kaufen dagegen gern in Kaufhäusern". Männer (17 Prozent) fühlen sich beim Einkaufen in einem großen Kaufhaus noch seltener wohl als Frauen, die immerhin noch zu 31 Prozent gern in einem Kauf- bzw. Warenhaus einkaufen. Das aber hat auch damit zu tun, dass Männer generell weniger gern einkaufen gehen.
Allensbach am Bodensee, Mitte Juli 2009
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